DL3BZZ's Blog

28. Februar 2010

Sturm und Geschichte

Wollten heute am Nachmittag ein bissl cachen, aber haben es zum Glück sein lassen, es wurde nämlich stürmisch, es gibt u.a. eine Unwetterwarnung für die Gegend.

So habe ich mal ein bissl im I-Net nachgeschaut, was es so über einen Teil meines Lebenabschnittes zu finden gibt. Und das ist nicht gerade wenig. Anfang Noember 1982 wurde ich zur Armee, damals Nationale Volksarmee (NVA) eingezogen. Ich hatte mich für 10 Jahre verpflichtet. Glaube, am 02. November ging es los. Musste nach Bernau bei Berlin mich melden, dann ging es in einem verdunkelten Bus in die Nähe meiner damaligen Heimatstadt Wriezen. Genau genommen nach Harnekop. Im Wald versteckt liegt die Wartungseinheit 12  am Ende einer gut 3km langen Plattenstraße. Hier wurde im ersten Monat die Grundausbildung absolviert. Danach kam ich als erstes Mal in den Bunker. Aber nur kurz, denn die Spezialausbildung zum Funkfernschreiber fand in der Hauptnachrichtenzentrale in Strausberg statt. Das waren 3 Monate, für mich sehr harte. Einerseits kam man nur einmal nach Hause, obwohl es ja nur ca. 25km entfernt war, andererseits bin ich nicht der geborene Funker. Das Morsealphabet wollte ich nicht so erlernen, wie die „Herrschaften“ es erwarteten. Auch das 10 Finger Blindschreiben war nicht so mein Ding. Sie haben es mir „hinein geprügelt“ ;-), nee, viele Stunden mit dem Kopfhörer und immer wieder die Buchstaben hören und wiedergeben. Na ja, nach den 3 Monaten hatte ich so das alles drauf, halt nur nicht in dem erwarteten Tempo. Dann ging es wieder zurück nach Harnekop. Da wurde dann weiter trainiert, damit man im operativen System mitarbeiten durfte. Gearbeitet wurde im Schichtsystem, hier im 24 Stunden Rhythmus. Es gab hier ein ein Funknetz, was den nördlichen Teil der ehemaligen NVA unterhalten wurde in der ständigen Bereitschaft. Das System wurde bis, so glaube ich, Ende 1990 aufrecht erhalten, muss mal nachschauen, irgendwo habe ich da wohl noch etwas. Es war schon eine schöne, aber auch schwere Zeit. Mit vielen schönen und weniger schönen Erlebnissen. Nach der Wene wurde alles runter gefahren, eingestellt. Aber der Betrieb vom Bunker aufrecht erhalten. Speziell die drahtgebundenen Verbindungen galt es weiter zu führen. Die Dienststelle wurde von der Bundeswehr übernommen. Der Funkbetrieb wurde ja eingestellt, ich fur unter anderem die letzten Verbindungen. Dann kam ich in die Fernschreibzentrale, danach in die Übertragungsstelle, damit wie oben geschrieben wurde, die drahtgebundenen Verbindungen (Telefonie) weiter geführt werden konnte. Bis Februar 1993 war ich im Bunker. Der heute ein Museum ist und auch besichtigt werden kann. Neben diesen gibt und gab es noch die ein und anderen Bunker und Unterstände, neben der Hauptnachrichtenzentrale (s.o.) der Bunker Kunersdorf, der Bunker Wollenberg und die Außenfunkstelle 1 (AF1).

Über die über 10 Jahre da könnte man viel schreiben, mal schauen, evtl. gibt es dazu noch das ein und andere.

Ach so, es gibt bei einigen Bunkern auch Geocaches, hier der Atombunker Harnekop, GCVGFD, Sonderobjekt 301, GCX5XF und AF-1, GCXVD5.

Und das funken habe ich da später sehr gut gelernt gehabt, was ich heute noch gut kann. Daaus wurde ja auch ein Hobby, Amateurfunk.

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2 Kommentare »

  1. Jaja, und wo der Lutz früher seine Heimat verteidigt hat, gehen wir heute spielen. 🙂

    Kommentar von Schrottie — 28. Februar 2010 @ 18:53 | Antwort

  2. Und ich dachte schon, jetzt kommt was von wegen Baum auf/vor’s Auto…

    Ich hab den Wetterfröschen nämlich nicht geglaubt, nachdem ja das angekündigte Schneechaos nur ein normaler Winter war.
    Und bin im Reinhardswald ein paar der vielen mir noch fehlenden Geo Sterne angegangen.
    Ist schon gruselig, wenn eine Windboe dann drei Fichten knapp 20m hinter einem abknicken läßt.
    Das kallt ganz schön…

    Zum Glück kam ich unbeschadet wieder zum Auto, und der Eichenast, der runtergefallen war, hat mein Auto auch nicht getroffen…

    Danke für die Einblicke in die Geschichte. Und ich dachte, Du warst der geborene Funker.

    Gruß, Elli

    Kommentar von ElliPirelli — 2. März 2010 @ 11:55 | Antwort


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